Ventile beschädigt oder nur Zündproblem

  • Moin!


    Ich habe eine alte Z 550 GT von ´85, die ich noch als Ersatzteilträger hatte, aus dem Dornröschenschlaf erweckt, eine HU machen lassen und das Moped angemeldet. Bis dahin lief es ganz gut (schon ca. 50 Km vor HU und Zulassung damit gemacht. Am Tag der Zulassung bin ich eine kleine Runde von ca 80 Km damit gefahren, nach den ersten 10 Km fiel mir auf, dass ich beim Anfahren mit sehr viel Gas unterstützen muss, da der Motor sonst verreckt. Nach ca. 40 Km machte sich dann ein immer deutlich werdender unrunder Motorlauf bemerkbar, so als ob er nur noch auf drei Pötten läuft / Zündaussetzer hat. Mit Ach und Krach bin ich dann noch nach Hause gekommen und habe am folgenden Tag mal nachgesehen und dabei festgestellt, dass Benzin in Zylinder 3 gelangt ist. Bei laufendem Motor spritzte auch Benzin aus dem Krümmeranschluss am Zylinder. Nach dem Fahrversuch habe ich mal vorsichtig an den Krümmern gefühlt... der dritte war im Gegensatz zu den anderen quasi kalt, auf jeden Fall deutlich kühler.


    Ich habe den Vergaser nachgesehen, außer etwas Dreck im Schwimmernadelventilsitz habe ich aber nichts finden können. Schwimmerstand passte. Habe vorsichtshalber noch einen Ölwechsel gemacht (falls Benzin ins Öl gelangt ist) und einen Schluck Öl in jeden Zylinder gekippt, die durch das Benzin ja keine Schmierung mehr gehabt haben dürften. Erneuter Startversuch klang erst vielversprechend, aber nach den ersten paar Metern Fahrversuch zeigte sich das Problem direkt wieder. Die Maschine zog kaum noch, lief sehr stotternd und drohte aus zu gehen. Angehalten, nachgesehen und festgestellt, dass es aus den Krümmeranschlüssen, scheinbar jetzt aus allen, qualmte (vielleicht noch das Öl?). Da ich überlaufende Vergaser nun ausschließen konnte, vermutete ich zunächst einen Motorschaden, entweder Ventile oder Kolben verschlissen - wegen dem Qualm an den Krümmern hatte ich die Auslassventile in Verdacht. Allerdings lief der Motor vor dem Problem schön rund und leise, d.h. absolut kein Klopfen/Klackern.


    Ich habe nun einen Kompressionstest gemacht. Allerdings weiß ich nicht wie aussagekräftig die Werte sind, da die Karre mal wieder nicht anspringen wollte und ich den Test somit bei kaltem Motor machen musste. Ergebnis: Zylinder 1,3 und 4 liegen bei 9 bar und Zylinder 2 bei 10 bar. Somit wären die Werte schon etwas unterhalb der Toleranz und nicht ganz gleich, aber bei so einem alten Motor, der zudem noch kalt war, könnte das auch noch normal sein. Ein Schluck Öl in die Zylinder brachte übrigens keine Erhöhung der Werte, also dürften es, wenn überhaupt, nur noch die Ventile sein.

    Um weitere Fehlerquellen auszuschließen: Der Motor ist dicht. Die Zündkerzen sind auch noch neu. Ich habe sie (vor dem 2. Versuch) allerdings trotzdem versuchsweise mal untereinander getauscht. Das hat keine Verbesserung gebracht.


    Aaaaber... Ich habe heute nochmal die Zündfunken bei sauberen Kerzen kontrolliert und festgestellt, dass kaum Funken vorhanden sind und wenn, dann nur sehr schwach. Und zwar an allen vier Kerzen! Das würde natürlich erklären warum die Karre immer so schlecht anspringen wollte und erklärt zumindest auch die Zündaussetzer. Kann es sein, dass das auch den Spirt im Zylinder 3 erklärt? Ich könnte mir vorstellen, dass wenn die Zylinder 1,2 und 4 laufen und der dritte mitgeschleppt wird, ja trotzdem das Gemisch eingesaugt, aber eben nicht verbrannt wird und dann auch vorne am Krümmer rausgepresst wird. Aber letztlich der Qualm... der irritiert mich doch etwas, könnte aber vielleicht auch durch unzureichende Verbrennung und/oder dem Öl her rühren.

    Ich bin gerade etwas ratlos. Auf jeden Fall sollte ich erstmal die Zündung in Ordnung bringen. Hat jemand ne Idee wo dort die Ursache liegen könnte? Die Zündbox habe ich schon ausgetauscht, weil ich eh noch eine als Ersatz da hatte. Sämtliche Steckverbindungen habe ich sauber gemacht und mit Kontaktspray behandelt. Die Zündspulen, -kabel und -kerzen kann ich wohl ausschließen, da die Funken ja überall gleich schlecht sind. Ich könnte mir jetzt nur noch ein Problem an der Zündung selbst vorstellen. Da diese aber eine kontaktlose ist, gibt es ja nicht viele Möglichkeiten, außer vielleicht defekte Impulsgeber oder evtl. noch ein nicht mehr ausreichend geschmierter Fliehkraftversteller. Könnte so etwas in Frage kommen? Oder hat jemand eine andere Idee?


    Wenn das Problem tatsächlich nur die Zündung ist und nicht der Motor, wäre ja toll, aber dann wundert es mich immer noch warum gerade im 3. Zylinder die größten Probleme auftraten...

    Haltet die Welt an, ich steig aus! :baeh:

  • Wechsel doch mal die Zündkerzen durch und schau ob das Problem dann auf einem anderen Zylinder ist..........

    Wenn einer mit der Arschkarte umgehen kann, dann ich!!!!!!!!!!!! :P:yxzgr:

  • Bei laufendem Motor spritzte auch Benzin aus dem Krümmeranschluss am Zylinder.

    das darf schon eigentlich nicht sein, die krümmerdichtung scheint wohl nicht mehr ganz dicht zu sein.


    die kompressionswerte sehen für mich bei kaltem motor okay aus,wäre noch interessant zu wissen, wie sich das bei warmen motor ändert.

    aber:

    ich hatte im frühjahr ein ähnliches problem an meiner yamaha, nach ventileinstellung blieb ein zylinder kalt, trotz neuer kerzen. ursache war hier eine altersschwache batterie, ich hatte mit fremdstrom gestartet. nach einbau eines neuen saftspenders lief sie problemlos.

    evtl vielleicht ist das bei dir ähnlich, überprüfe mal die spannung an der batterie bei stehendem motor und bei laufendem motor und stelle die werte hier ein

    Die gewonnene Erfahrung steigt direkt proportional mit dem Wert des zerstörten Gegenstandes.

    :aetsch:

  • Vl die zündspulen hatte das mal beim Auto da hatte die die zündspule einen riß und wenn es feucht war hat er lange gebraucht zum anspringen bis irgendwann nichts mehr ging Kompression schaut normal aus finde ich tippe eher irgendwo in der Richtung Zündung schau mal nach ob die Lima ladet und so weiter wenn die spulen oder spule In Ordnung sind

  • maddin_reinh

    Die Zündkerzen sind auch noch neu. Ich habe sie (vor dem 2. Versuch) allerdings trotzdem versuchsweise mal untereinander getauscht. Das hat keine Verbesserung gebracht.

    Aber das war wohl doch nicht das Problem! Ist mir ja fast schon peinlich, aber da ich keine Garage mehr habe, habe ich die Zündfunken bei Tageslicht und noch dazu im Sonnenschein getestet und deswegen einfach nicht gesehen... Ich habe das Ganze heute Abend bei Dämmerung nochmal wiederholt: Alle Zündfunken satt und blau vorhanden. Somit scheiden Batterie und Zündspulen auch aus - wären sie aber eh, da beide von meiner Unfallkarre stammen, die bis dato ja einwandfrei lief. Schlecht anspringen tut sie allerdings trotzdem. Der Anlasser muss schon ziemlich lange jodeln, bis da etwas kommt.


    Aber da die Zündung jetzt wohl ausscheidet, muss es ja doch ein Motorschaden sein...


    lobo Mit den undichten Krümmerdichtungen hast du natürlich Recht, aber dass es daraus jetzt qualmt (und nicht grad wenig), finde ich doch schon merkwürdig. Ich könnte natürlich nochmal einen Versuch wagen, dann kann ich zumundest den Motor warmlaufen lassen und dann nochmal einen Kompressionstest durchführen, aber ich habe doch etwas Bedenken noch mehr kaputt zu machen... Vielleicht mal Ventildeckel runter nehmen und Spiel prüfen? Wenn die Ventile etwas abbekommen haben, dürfte das Spiel ja auch nicht mehr passen oder?

    Haltet die Welt an, ich steig aus! :baeh:

  • Hast mal nachgeschaut ob du vl Wasser im Tank hast bzw vegasser ablassen und nachsehen könnte auch sein glaube nicht bei denn Werten das da ein Ventil hinüber ist

  • Ein durchgebranntes Ventil macht sich durch drastischen druckabfall bemerkbar.

    genaues einstellen des Spiels schadet natürlich nie.

    Die gewonnene Erfahrung steigt direkt proportional mit dem Wert des zerstörten Gegenstandes.

    :aetsch:

  • Du hast geschrieben, dass Dreck im Schwimmernadelventil war. Ist die Ursache für den Dreck behoben? Sprich Tank sauber, inkl. Benzinhahn und Schläuchen?

    Unterm Strich ist alles besser...

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    Alter, ist das geil hier!

  • Moin!


    Den Dreck im Vergaser habe ich natürlich beseitigt. Das war auch nur ein ganz klein wenig und auch nur in einer Kammer. Aber wenn es das gewesen wäre, hätte sie direkt danach ja zumindest erstmal wieder laufen müssen, aber es war genauso wie vorher. Den Tank habe ich ehrlich gesagt nicht gereinigt, aber das kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, weil das der Tank von meiner Unfallkarre ist und der immer sauber war. Der hat nur äußerlich ein paar Beulen und Kratzer abbekommen. Ich habe extra den genommen, weil der andere über Jahre leer war und sich dort etwas Rost drin gebildet hat.


    Der Vergaser ist übrigens auch von der Unfallkarre, weil ich denk kurz vor dem Unfall erst überholt habe und der andere (wie der Tank) natürlich erstmal gereinigt werden müsste. Das ist auch nicht der Originalvergaser, aber das kann ich als Problem eigentlich auch ausschließen, weil 1. hätte sich das dann ja von vorne rein bemerkbar gemacht und wäre nicht so plötzlich gekommen und 2. lief die andere Kawa bis zu dem Unfall immer einwandfrei damit. Der Motor ist ja genau derselbe.

    Haltet die Welt an, ich steig aus! :baeh:

  • Hm, auch wenn ich mir den Vergaser als Ursache nicht vorstellen kann, werde ich es jetzt trotzdem mal dem originalen probieren, nachdem ich den gereinigt habe. Es wäre zwar komisch, wenn der andere Motor damit einwandfrei lief und dieser jetzt plötzlich nicht mehr (anfangs aber schon), aber wer weiß... Probieren geht über studieren.

    Haltet die Welt an, ich steig aus! :baeh:

  • Ich hatte schon nagelneue Zündkerzen eingebaut die defekt waren.Da hätte ich mir eine Vergaserreinigung sparen können.

    :chopper: Ich investiere nicht mehr in Blech,sondern in Chrom!

  • Nee, noch nicht. Hab mich bislang noch nicht weiter darum gekümmert, da neue Maschine (VT 750 DC Black Widow) und zu gutes Wetter - da muss gefahren werden. ;) Werde mich aber bald wieder dran setzen...

    Haltet die Welt an, ich steig aus! :baeh: